PD Dr. Christian Graetz - Wissenschaftlicher Leiter

>>Vorwärts, immer weiter...<< ist das die Maxime des heutigen Lebenswandels?
Keine Frage: dem Fortschritt verdanken wir vielfältige Erkenntnisse zur multifaktoriellen Genese der Parodontitis. Erschreckend hingegen: rund  Millionen Deutsche haben eine schwere Parodontitis und jeder zweite Zahn wird wegen parodontaler Probleme extrahiert. Dem demografischen Wandel verdanken wir noch düstere Aussichten in der Praxis. Noch mehr Parodontitis.

Können die Paradontalbehandlungen im nötigen Umfang überhaupt erfolgreich und wirtschaftlich durchgeführt werden?

Das ist schon heute eine therapeutische Herausforderung. Es wird immer noch angenommen, dass
eine Parodontitistherapie langfristig nicht funktionieren kann. Und deshalb wird gar nicht erst angefangen zu behandeln.

Ideal wäre es, mit einem patientenindividuell adaptierten Behandlungskonzept langfristig nicht nur
den Therapieerfolg zu sichern, sondern auch präventiv die Erkrankung zu reduzieren. Aber wie und
womit? Fragen zum langfristigen Erfolg in Prävention, Therapie und Prophylaxe der Parodontitis.


BREMEN MACHT ES ANDERS: VOR ALLEM PRAKTISCH


Mit der Kombination aus wissenschaftlicher Evidenz und der umfangreichen Behandlungserfahrung
all unserer Referenten sind wir uns sicher, dass Sie ausreichend Gelegenheit zur systematischen
Aktualisierung und Vertiefung Ihrer Kenntnisse auf dem Gebiet der Parodontologie finden werden!

Erarbeiten Sie einen strukturierten Behandlungsfahrplan für Ihre Praxis, mit dem Sie selbst bei wenig motivierten Patienten die Parodontitis erfolgreich behandeln können. Hand drauf!

Ich freue mich auf Sie in Bremen,
Ihr

PD Dr. Christian Graetz

Modul 1 - Patientenbezogene Therapiefindung
Von der Evidenz zur individuellen Entscheidung

Wir erläutern die Zusammenhänge zwischen dem mit der Parodontitis verbundenen Entzündungsgeschehen und den Veränderungen des Organismus. Weiter wollen wir das aktuelle Wissen über Evidenz und Klassifikation der Erkrankung einschließlich der Therapiep lanung diskutieren und für die nachfolgenden Therapiemodule einfach anwendbar darstellen.

Grundlagen, Therapiealternativen, Entscheidungsweichen

  • Wie beeinflusst biologisches Wissen die Therapieentscheidung?
  • Wie beeinfl ussen klinische Daten die Therapie?
  • Welchen Einfl uss hat die neue Klassifi kation?
  • Welche Rolle spielen Leitlinien?
  • Welche Evidenz brauchen wir für die Entscheidung im Einzelfall?

Parodontitis und Allgemeingesundheit

  • Wie krank macht uns Parodontitis?
  • Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Herz- Kreislauferkrankungen,
    Schlaganfall, Stoffwechselerkrankungen und Erkrankungen
    der Atemwege

Parodontitis – Das Lachen des Diabetikers

  • Der Zahnarzt als Kooperationspartner des Diabetologen
  • Notfallmanagement von Patienten mit Diabetes Mellitus
  • Diskussion der interdisziplinären Möglichkeiten zur Verbesserung der
    Aufmerksamkeit und Versorgung von Patienten mit Diabetes Mellitus
    und Parodontits

Termine:

  • Freitag, 13.11.2020, 09:00 bis 13:00 Uhr mit Prof. Dr. Schulte
  • Freitag, 13.11.2020, 14:00 bis 14:45 Uhr mit Prof. Hambrecht
  • Freitag, 13.11.2020, 15:00 bis 19:00 Uhr mit Prof. Dr. Dörfer
  • Samstag, 14.11.2020, 09:00 bis 17:00 Uhr mit Prof. Dr. Dörfer

Teilnahmegebühr:

  • 1.300 Euro bei Einzelkursbuchung
  • 1.100 Euro bei Komplettbuchung

 

Modul 2 - Nichtchirurgische PAR-Therapie in der Praxis
Von der Vorbehandlung bis zur Nachsorge (Workshop)

Die nichtchirurgische Parodontitis-Therapie bietet Möglichkeiten und Herausforderungen.


Von PD Dr. Gregor Petersilka erhalten Sie einen praktischen ›BEHANDLUNGSFAHRPLAN‹. Einfach für die Praxis übernehmen und individuell anpassen.


Inhalte:

  • Welche Aspekte spielen bei der Vorbehandlung eine Rolle?
  • Was beachten wir bei der Delegation?
  • Wie kann mit den vorhandenen Instrumenten, seien es Küretten, oszilliernde Scaler oder Pulverstrahlgeräte, schmerzarm und effi zient
    vorgegangen werden?
  • Wann sind adjuvante Therapien wie z. B. Antibiotika angezeigt?
  • Welche Ergebnisse sind zu erwarten und wie sollen diese konstruktiv
    den Patienten vermittelt werden?
  • Und zu guter Letzt: Wie sieht es mit Abrechnung und Wirtschaftlichkeit
    aus?


Bei allen Fragen und Antworten bleibt noch Zeit für Arbeiten am Phantomkopf, um den Umgang mit Kürette und Pulverstrahl praktisch zu erfahren und kontrovers zu diskutieren.

Termin:

  • 10.10.2020, 09:00 bis 17:00 Uhr mit PD Dr. Petersilka

Teilnahmegebühr:

  • 1.050 Euro bei Einzelkursbuchung
  • 950 Euro bei Komplettbuchung

Modul 3 - Chirurgische, regenerative und resektive PAR-Therapie
(ein Überblick), Nahttechniken

Welcher Praktiker kommt nicht ins Grübeln, ob bei all den Erfolgsaussichten der Parodontitistherapie überhaupt noch eine Chirurgiephase benötigt wird? Wie ist das Verhältnis von Aufwand und Nutzen derartiger Eingriffe?

Diese und weitere Fragen zur Indikation und Behandlungsplanung sollen neben der umfassenden Bewertung von parodontalchirurgischen, regenerativen und resektiven Maßnahmen im Modul III beantwortet werden. PD Dr. Christian Graetz und Dr. Sonja Sälzer zeigen individuelle Lösungen auf und demonstrieren dabei die Komplexität der Parodontitis.


PRAKTISCHER TEIL:

Mit integriertem WORKShop zur Fallplanung und HANDs On am Schweinekiefer und anatomischen Modell.


Lappen-OP

Die konventionelle offene PAR (Aufklappen, SRP und andere Möglichkeiten).

GTR/Emdogain

Die regenerative PAR (z. B. Emdgain FL vs. Membran).


Resektive PAR

Die Furkation und deren Einzelschritte.


Fallplanung

Wir zerlegen die komplexe Erkrankung in Therapieschritte.

Termin:

  • 23. und 24.01.2021, jeweils 09:00 bis 17:00 Uhr mit PD Dr. Graetz und Dr. Sälzer

Teilnahmegebühr:

  • 1.600 Euro bei Einzelkursbuchung
  • 1.350 Euro bei Komplettbuchung

Modul 4 - Erhaltungstherapie, Nachbehandlung, PAR-Abrechnung

Die unterstützende Parodontitistherapie (UPT) dient der Ergebnissicherung im Anschluss an eine parodontale Therapie. Aus anderen Disziplinen auch als ›Maintenance‹ oder ›Recall‹ bekannt.


Ziel der UPT: Das erkennen von Re- oder Neuinfektionen in therapierten Regionen sowie das Eindämmen bestehender Erkrankungen. Dafür ist über die gesamte Lebensdauer des Patienten die regelmäßige Reinigung sowie die Risikoeinschätzung im drei- bis sechsmonatigem Turnus
nötig.


Folgende Themen stellen unsere Lehr-Dentalhygienikerinnen vor:

  • Wertigkeit und Management der parodontaltherapeutischen
    Nachsorge: UPT vs. PZR
  • Ablauf und Inhalt einer parodontaltherapeutischen Behandlung
    (Stadium |, Grad A)
  • Die Reevaluation innerhalb der UPT:
    - Auswahl diagnostischer Maßnahmen
    - Wertigkeit und Relevanz unterschiedlicher Risikoprofi le
    - Einzelzahnprognosen
    - Fallvorstellung
  • Risikoorientiertes Recall
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Marketingstrategie
  • Abrechnung
  • Praktischer Arbeitsteil
  • Organisation und Realisierung in der Praxis

Termin:

  • 20.03.2021, 09:00 bis 17:00 Uhr mit Dr. Conrad, Nicole Graw und Monique Gottschalk

Teilnahmegebühr:

  • 1.050 Euro bei Einzelbuchung
  • 950 Euro bei Komplettbuchung

DHs und ZMPs sind herzlich eingeladen:

  • Kursnummer: 20079
  • Teilnahmegebür: 300 Euro

Modul 5 - Prothetischer Risikofaktor - vorhersagbarer Erfolg?
Pfeilerselektion: prothetische Wertigkeit parodontal behandelter Zähne.

Auch bei unsicherer Pfeilerprognose und -verteilung muss der Zahnersatz dauerhaft funktionstüchtig sein. Das sollte das Ergebnis einer komplexen prothetischen Planung mit günstiger Langzeitprognose sein.


Durchaus erhaltungswürdige Zähne zu extrahieren ist nicht immer das Mittel der Wahl. Der Zustand der potentiellen Prothesenpfeiler und patientenimmanente Kriterien (Grunderkrankungen, Mitarbeit, Erwartungshaltung, finanzielle Möglichkeiten) sowie die Art der prothetischen Versorgung beeinfl ussen Entscheidungen. Darüber hinaus sollte jede Aufklärung Alternativen beinhalten, so dass unsere Patienten ihre Versorgung selbst wählen können. Wichtig für die spätere Indentifi kation…


Folgende Aspekte beleuchtet Prof. Mundt:

  • Planungsunterlagen
  • Planungsgrundsätze
  • Aufklärung über prothetische Therapie (Patientenrechtegesetz)
  • Voraussetzungen für den Erhalt fraglicher Zähne aus prothetischer Sicht bei parodontalen und/oder endodontischen Vorschädigungen
  • Planung: Minimaltherapie – optimal ohne Implantate – optimal mit Implantaten
  • Planungsübungen
  • Nachsorge / Management von Komplikationen

Während der Planungsübungen können und sollten Sie auch eigene ›Problemfälle‹ vorstellen, die dann im Seminar planerisch gelöst werden.

Termine:

  • 16.04.2021, 14:00 bis 17:00 Uhr
  • 17.04.2021, 09:00 bis 17:00 Uhr beide Tage mit Prof. Dr. Mundt

Teilnahmegebühr:

  • 1.150 Euro bei Einzelkursbuchung
  • 1.050 Euro bei Komplettbuchung